Wir haben doch getagt

geschrieben am Sonntag 29 Juni 2008

Ein Veranstaltungsort fand sich in letzter Minute, und so konnte unser Institut doch noch n Frankfurt tagen. Rund fünfzehn Antifaschisten mit VVN-Fahne und Megaphon wurde kurz vor Beginn der Vorträge von einem Nieselregen vertrieben.
Hier ein Bericht von Aufpasser-Seite: Endstation rechts.
Und hier ein Erlebnisbericht auf der Seite ds Internet-Magazins Blaue Narzisse.
Und noch ein Interview mit dem Pfarrer vor Ort.

Administrator @ 7:04
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Absage: kurz vor totalitär

geschrieben am Donnerstag 26 Juni 2008

Auch der zweite Veranstaltungsort ist nun geplatzt, der Geschäftsführer (ein Pole) kann die Verantwortung für den Ruf und die Fassade seines Hauses nicht tragen, obwohl die Antifa noch nicht weiß, wo wir tagen wollten.

Eine Erfahrung von früher wiederholt sich: Ausländische Wirte sind oft viel entspannter als deutsche, haben oft mehr Stehvermögen und kein Problem mit “patriotischen Inhalten” (wie der Pole sagte). Aber - und das ist wieder aufschlußreich: Der Wirt sagte auch, daß er die “fiese Methode” mittlerweile kenne und nicht alleine dagegen stehen könne. “Aber mal ehrlich: Mir kommts vor wie in Polen 1980″.

Klingt hübsch, nicht? Ist aber nicht nur “nice to know”, daß da einer historische Parallelen zieht: Es ist ja tatsächlich so, in manchem wirklich kurz vor totalitär. Und uns bleibt nichts anderes übrig, als das Frankfurter Kolleg abzusagen und uns auf Berlin und München zu konzentrieren, wo wir private Räume beziehen können.

Administrator @ 2:56
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Raum gekündigt: Frankfurter Kolleg zieht um

geschrieben am Mittwoch 25 Juni 2008

Seit Montag hat die Frankfurter Antifa Druck aufgebaut, gestern ist dann die Geschäftsführung eingeknickt: Unser Institut kann seine Kolleg-Veranstaltung nicht im InterCityHotel in Frankfurt durchführen und muß ausweichen.

Ich muß nicht betonen, daß es dem Geschäftsführer des Hotels “wahnsinnig leid tut”, er aber vor allem “Schaden von seinem Haus” fernhalten muß und uns “viel Erfolg” wünscht.

Laßt uns auch nicht klagen, ganz egal, wie sehr konsterniert man immer wieder vor dem reibungslos ratternden Räderwerk aus Antifa, Journalisten und staatlich finanzierten Initiativen steht. Unsere Arbeit und unsere Themen und nicht zuletzt unsere in letzter Zeit stärker provozierenden Auftritte müssen Gegenwehr herausfordern. Nun kommt es darauf an, Herr der Lage zu bleiben und das Frankfurter Kolleg gegen jeden Widerstand durchzuführen.

Einen Ausweichort haben wir natürlich längst, hatten wir schon vor drei Wochen recherchiert. War ja abzusehen.

Administrator @ 9:25
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Novalis im Schlachthof

geschrieben am Montag 16 Juni 2008

Ein Land wie Sachsen-Anhalt, das in schierer Verzweiflung nach einer Zukunft sucht, macht derzeit den Weg frei für den Tod und das kranke Leben: In der Novalis- und Heinrich-Schütz-Stadt Weißenfels soll der Schlachthof Tönnies bald 23 000 (dreiundzwanzigtausend!) Schweine pro Tag verarbeiten dürfen, also: fünf Millionen Tiere pro Jahr.
Da mich derzeit Aktions- und Protestformen an sich interessieren, lag gestern Abend der Besuch bei einem regionalen Aktionsbündnis, nämlich dem für “Artgerechte Tierhaltung in Sachsen-Anhalt” nahe. Geboten wurde ein Novalis-Requiem, aufgeführt in der Marien-Kirche zu Weißenfels.
Dieses Requiem war mehr als interessant, weil es durch seinen Bezug auf Novalis zwingend bei der frühromantischen Spiritualität (dieser sehr deutschen Art des “Zusammendenkens” aller Dinge) Anleihen machen mußte. Die Heimat als schützenswerter, unverwechselbarer Raum kam ins Spiel, die Lebenskunst als eine Balance zwischen Leib, Seele und Geist klang an. Und glücklicherweise glitt der Abend auch nicht ins weiche, bloß noch weibliche, sanfte ab - wie es ja meist geschieht, wenn es um Vegetarier, Ganzheitlichkeit und Spiritualität geht.
Einzig eine der Sängerinnen überspannte den Bogen und verschreckte mit ihren schrillen Tierlaut-Gesängen die wohlwollenden Zuhörer: So wie diese Frau will keiner wirken, der nach anderen Lebens-Mitteln sucht.

Rückbindung: Wer schreibt das erste Requiem, das erste Sprech-Stück über ein dezidiert rechtes, konservatives Thema (wobei ich sagen will: gegen Massentierhaltung zu sein steht jedem heimatbewußten Menschen gut zu Gesicht)? Solch eine künstlerische Aufführung ist eine durchweg konstruktive Protestform.

Administrator @ 7:53
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Konservativ-Subversive Aktion in Chemnitz

geschrieben am Samstag 14 Juni 2008

Seit 9.45 Uhr läuft die 2. Aktion unserer Tat-Gruppe ungebeten.de.

Administrator @ 9:35
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Kolleg-Reihe: “Widerstand”

geschrieben am Samstag 14 Juni 2008

Wem der Weg nach Berlin zu einer der Kolleg-Veranstaltungen unseres Instituts zu weit war, kann vielleicht
am 28. Juni nach Frankfurt oder
am 4. Oktober nach München oder
am 5. Oktober nach Düsseldorf kommen.
Mit der Kolleg-Reihe zum Thema “Widerstand” gehen wir also erstmals gezielt in die Regionen, vor allem auch, um die vielen jungen Leute zu versammeln, die sich nach der 1. Konservativ-Subversiven Aktion bei uns gemeldet haben.
Natürlich ist auch Berlin Veranstaltungsort, und zwar am 12. Juli. Mehr Informationen sowie die Tagungsfolge und den Anmeldebogen gibt es auf www.staatspolitik.de.

Administrator @ 7:57
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Eine Begründung

geschrieben am Mittwoch 7 Mai 2008

Im September wird in meinem Verlag ein Kaplaken-Bändchen von Frank Lisson mit dem Titel Widerstand. Lage - Traum - Tat erscheinen. Als ich das Manuskript las, verstand ich, warum Lisson zuvor sagte, daß er sein Text meinem Provokations-Bändchen verwandt sei und sozusagen dasselbe Ziel aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachte.

Ich möchte aus Lissons Text vorgreifend einen kurzen Abschnitt zitieren und mithilfe dieser Passage ein grundlegendes Ziel verdeutlichen, das die Konservativ-Subversive Aktion verfolgt:

Das Gegenteil von „links“ ist nicht biedere Profillosigkeit, ist nicht CDU, sondern der Wille nach Persönlichkeit, nach Charakter, nach Niveau, ist der Wille nach unbedingter geistiger Freiheit. Ist der Mut zum Eigenen. Das Gegenteil von „links“ ist das Gegenteil von Vulgarität, ist das Gegenteil von Mainstream, von der Sucht nach Zugehörigkeit. Das Gegenteil von „links“ ist Individualismus, ist der Mut zum Anderssein. Ist Heimkehr zur Selbstbehauptung. Ist der Wille zu Stil, Form und Geschmack. Ist das Gegenteil von Öffentlichkeit, heißt: überhaupt keiner Partei angehören zu wollen, gar nicht massenkompatibel zu sein, heißt: einen eigenen Kopf zu haben, heißt: kein Mitmacher zu sein, selbst wenn das soziale Nachteile mit sich bringt, heißt: nein zu sagen zu den täglichen Lügen, die jeder wenigstens erdulden muß, um etwas zu werden in diesem Staat. Das Gegenteil von „links“ zu verwirklichen heißt heute: Abschied zu nehmen vom Herrschenden! – Das ist sehr schwierig, für manchen unmöglich. Jeder steht vor dieser großen Herausforderung, wer aber nimmt sie an?

Das ist ein Leitmotiv, das ist die Begründung der Freiwilligkeit, des Anders-Seins, des “Ich nicht!”, und zwar ohne diesen Wahn, man könne die große Masse national aufladen und in Bewegung setzen. Im Provokations-Bändchen klingt das so:

Wenn ich den Verlust jeglicher Normativität in seiner vollen Wucht begreife;
wenn ich die eine Möglichkeit, Masse zu formieren, ablehne (den Totalitarismus) und der anderen Möglichkeit völlig hilflos gegenüberstehe (Abspeisung durch Konsum) und dabei noch einmal und hoffentlich für immer begreife, daß es keine geistige Struktur hinter dem Gewusel, keine idealistischen Bewegungsgesetze hinter der konsumierenden Masse Mensch gibt, sondern eben bloß normierende Verbraucherströme;
wenn ich also die Versuche einer Sinngebung meines politischen Treibens als Denkschritte mit blindem Fleck, als zurückzuckenden Fuß an der Leiter zum Abgrund begreife:
Was bleibt dann noch übrig außer Spott, außer Verzweiflung und Häme, außer Resignation, Zynismus, Abwendung oder aber einer andauernden Denk- und Wahrnehmungsbremse aus gesundheitlichen Gründen, was nichts anderes ist als die beste Voraussetzung für eine parteipolitische Karriere?
Es bleibt die Möglichkeit, ein Spur zu hinterlassen. Verdichtet: Es bleibt die Kunst, und in der Politik: die politische Kunst, die Provokation, weil sie mich mein Ich spüren läßt und mir nicht mehr verspricht als die Zusammenballung in einem Moment des Formwillens, des Formbewußtseins, des Formungsvermögens.
Das ist es wohl, was bleibt, wenn man einmal in den Abgrund gestiegen ist: Form, Formgebung, granitene Setzung als das, was ideell und geistig noch möglich ist, weil ansonsten in einer Massengesellschaft nichts mehr möglich ist.

Simpler ist das, was wir planen und durchführen, nicht zu haben. Natürlich ist solch eine Aktion wie die vom 1. Mai auch
- ein Spiel,
- eine Karikatur,
- eine PR-Kampagne,
- eine Mutprobe,
- ein politischer Akt.

Aber sie ist auch (und nicht zuletzt): Selbstvergewisserung und eine Form der Notwehr, der Notwehr gegen die Ununterscheidbarkeit des Mitschwimmen-Müssens in einem mittlerweile unerträglichen gesellschaftlichen Einheitsbrei mit seiner Dauertendenz nach unten.

Unterschieden, wahrnehmbar unterschieden zu sein: Das ist schon viel, das strahlt aus, das treibt uns jene zu, die ebenfalls laut sagen möchten: “Ich nicht!”

Administrator @ 9:02
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Rechtfertigungen?

geschrieben am Sonntag 4 Mai 2008

Zwei Tage nach der ersten Konservativ-Subversiven Aktion in Berlin sind ein paar Worte nötig geworden. Das liegt zum einen an den unsäglichen Diskussionen, die in den Kommentarleisten auf ungebeten.de und natürlich auch in diesem Blog geführt werden. Zum andern liegt es an den gerechtfertigten Einwendungen und Fragen, unsere Aktion betreffend.

Zu den Diskussionen:
Es ist frappierend, wie sehr wir ständig zu Distanzierungen, Abgrenzungen, Bekenntnissen gedrängt werden. Ich muß sagen: Ich oder Menzel oder Weißmann usf. haben gar keine Veranlassung, uns zu Vorwürfe der mangelhaften Abgrenzung gegenüber irgendjemandem zu äußern. Wer unsere Texte liest, unsere Argumentationen verfolgt, unsere geistige Unabhängigkeit respektiert und uns persönlich erlebt, der kann uns niemals mit irgendwelchen angebräunten Sozialisten, völkischen Wiedergängern oder CDU-Apparatschiks verwechseln, und wenn er es doch tut, dann wird er es immer tun, und alles Argumentieren wird auch fürderhin nichts eintragen.
Unsere Achtung vor dem Leben, unsere Demut vor der Geschichte und unsere Mahnung vor Revolutionen ist so tief eingewurzelt, daß wir von linken wie rechten Utopisten gleichermaßen verachtet oder gehaßt werden. Ich kann nur immer wieder auf das Konservative Minimum verweisen, das eben diesen Minimalkonsens formuliert, jedoch den Minimalkonsens auch als solchen bezeichnet: als kleinsten gemeinsamen Nenner, niemals als Erfüllung eines politischen Entwurfs.
Denn neben den defensiven Anteilen unseres Standpunkts (Achtung, Demut, Mahnung) formulieren und leben wir offensive Elemente : das Lob des Mutes, die Forderung zum wahrnehmbaren Bekenntnis mittels freier Rede und situativer Provokation, die fundamentale Kritik an den vermeintlich zemenierten Bausteinen unseres Landes (Multikulturalismus, Gender Mainstreaming, Vergangenheitsbewältigung, schleichender und offener Sozialismus, Parteienstaat usf.). das unterscheidet uns so ganz und gar von den Beschwichtigungskonservativen, die tatsächlich instinktsicher immer dann abtauchen, wenn eine Überzeugung unangenehme persönliche Konsequenzen nach sich zöge.
Daß wir die Schere zwischen Sagen und Machen nicht weit aufklaffen lassen, möchte ich als Besonderheit nochmals herausstreichen.

Das leitet über zu den Einwendungen:
1. Natürlich war unsere Aktion eine Kopie linker (68er) Methoden und Protestformen. Niemand hat das stärker so empfunden als wir selbst, und die denkerische Vorbereitung und praktische Umsetzung eigener, also: rechter Aktionsformen wird eine Hauptaufgabe für uns. Wir sind da gedanklich schon sehr weit, aber das werde ich hier nicht ausbreiten und zur Diskussion stellen.
2. Natürlich war unsere Aktion keine besonders mutige Tat. Es war gegen acht Uhr morgends auch nicht wirklich viel los auf dem Campus. Aber darauf kam es nicht an. Unsere Aktion war eine Fingerübung: Kanäle freispülen, Leute prüfen, Strukturen errichten. Soll übererfüllt, kann ich nur sagen. Und die zweite Aktion um zehn Uhr im Audimax hatte wirklich was: Die Linken haben ordentlich gebrüllt und ein bißchen Zeug auf die Ränge geworfen, wo wir standen und unsere Botschaft loswurden.

Wir werden also einen neuen Stil prägen und mit anderen Aktionen das, was am Freitag lief, weit in den Schatten stellen. Aber der 2.Mai wird immer den Anfang markieren, und diejenigen, die dabei waren, haben diesen Anfang gemacht.

Die letzte und wichtgste Frage beantworte ich erst in den nächsten Tagen. Es ist die Frage nach dem Sinn und Zweck unseres Treibens, und die Antwort ist nicht leicht. Aber sie führt zum Kern unseres Selbstverständnisses, und deshalb muß sie gegeben werden.

Administrator @ 7:31
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Konservativ-Subversive Aktion

geschrieben am Freitag 2 Mai 2008

Vielleicht könnte sie auch so aussehen, diese Tat …

Administrator @ 2:09
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Tat

geschrieben am Sonntag 27 April 2008

Also gut, tragen wir zusammen: Wie müßte sie aussehen, diese politische oder metapolitische Tat, die über das Publizieren und Büchermachen hinausgeht, aber gleichwohl geistvoll ist. Wie müßte sie aussehen, diese provozierende und inspirierende Aktion?

Administrator @ 8:37
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